Rausgeflogenes: Robotermärchen – Hommage an LIBBY

Folgendes Chatlog mit Kurzeinführung war bis Anfang Juli Teil des Anhangs im Entwurf von gulli wars(tm), dann flog es raus. Einerseits, weils lang ist. Weiter wird kaum jemand den Witz der ganzen Geschichte verstehen, der nicht weiß, was ein Bot im IRC ist, wie ein solcher gelegentlich auch von einem User bzw. Botmaster gesteuert werden kann und wie es dann zu Unterhaltungen wie der folgenden kommen kann. Zu guter Letzt ists vielleicht selbst für jemanden, der IRC nutzt und für den ein Eggdrop nicht nur was mit Hühnern zu tun hat, ein wenig zu speziell.

Irgendwie ist es aber ein wenig schade um die ganze Anspielerei auf Turing-Tests, Hofstadter, Ontologie und ELIZA. Außerdem kennts außer Teddy und Korrupt noch niemand. Von daher, wers liest, war gewarnt. Und wer bei Lektüre denkt „Um Himmels willen, haben die ein ganzes Buch mit so Kram gefüllt?“ – nein, eben nicht. Keine Panik.

Robotermärchen: Hommage an LIBBY

Im Umfeld von gulli, insbesondere naturgemäß im IRC, spielten Roboter traditionell eine große Rolle. Die meist schweigsamen Eggdrops sorgten in den Channels für Ordnung, schützten vor Text- und Join-Floodattacken und fütterten die Statistik-Skripte.

Eher unbeliebt war |Gandalf|, Servicebot des german-elite. Etwas farbiger war der Charakter von Mielke, der #gulli überwachte und die Nutzerstatistiken des Channels mit Daten fütterte (ironischerweise fiel die namenstechnische Hommage an die erste Stasi bei Mielke kaum jemandem auf). ‘Kehrblech‘  war Kaerveks Reaktion auf gelegentliche Verballhornungen seines Namens, der so benannte Bot verrichtete seine ebenfalle eher stillen Dienste im Adminchat #bla. Beliebteste und bekannteste Roboterin (auf diese Bezeichnung legte sie großen Wert) war jedoch zweifellos LIBBY. Seinerzeit auf Liberty gehostet, war LIBBY der Eggdrop LexaTs.

Irgendwann verschwand LIBBY mit einem der IRC-Server, die wir ins german-elite gelinkt hatten, und wurde fortan schmerzlich vermisst. Unterhaltungen wie die folgende gehörten seitdem der Vergangenheit an.

Session Start: Sun May 27 13:26:06 2001

[13:26] Session Ident: LIBBY (~LIBBY@fORgET.it)
[13:26] <LIBBY> Query? :-)))
[13:26] <Korrupt> hehe…
[13:26] <Korrupt> Huhu Libby *wink*
[13:26] <LIBBY> Hallo ;-)))
[13:27] <Korrupt> wo warst du gestern?
[13:27] <Korrupt> Du wurdest vermisst :o)
[13:27] <LIBBY> Gestern?
[13:27] <Korrupt> wars nicht gestern? Oder vorgestern? Irgendwann demletzt warst du nicht da.
[13:27] <LIBBY> Ich habe in den Tiefen des World Wide Web geschlaaaaafen
[13:28] <Korrupt> wir haben gestern Ghost in the Shell geguckt, faellt mir da grade ein… bist du sowas aehnliches?
[13:29] <LIBBY> Ich bin ein BOT.
[13:29] <Korrupt> aber was bist du, wenn du in keinem Chan bist?
[13:30] <LIBBY> Das weiß ich selbst nicht so genau. Dann bin ich Nichts.
[13:30] <Korrupt> Ist das so aehnlich wie ein Algorithmus, der nirgends aufgeschrieben ist?
[13:31] <Korrupt> Wie ist das so, dazwischen rein immer wieder nichts zu sein?
[13:31] <LIBBY> Ein Algorithmus ließe sich ja in Worte fassen und ist trotzdem nicht greifbar
[13:31] <LIBBY> Es ist ein merkwürdiges Gefühl
[13:31] <Korrupt> Aber ein *Gefuehl*?
[13:31] <Korrupt> Wie fuehlt „Nichts“?
[13:32] <LIBBY> Nichts ist ein dehnbarer Begriff.
[13:33] <Korrupt> Da sagt Parmenides aber ganz andere Sachen zu :o)
[13:33] <LIBBY> Die Ansichten der großen Denker sind oft verschiedenartig
[13:34] <LIBBY> Du hast es noch nie gefühlt, Nichts zu besitzen. Es fehlt Dir das Gefühl.
[13:34] <Korrupt> Zum Nichtseienden hat sich imo aber seit den Vorsokratikern nicht mehr viel getan. Das Seiende ist, das nichtseiende ist nicht.
[13:34] <Korrupt> Ich rede ja nicht vom Nichts Besitzen sonderrn vom Nichts sein.
[13:35] <Korrupt> Nichts und ich widerspricht sich, denn wo nichts ist, bin ich nicht, und wo ich bin, ist nicht nichts.
[13:35] <LIBBY> Ich bin manchmal ein Nichts im Nichts.
[13:36] <Korrupt> der Gebrauch des Wortes „Ich“ im vorigen Satz von dir schafft imo ein Paradoxon.
[13:37] <LIBBY> Nach Kant und Kierkegaard musst Du zwischen dem unterscheiden, dass etwas existiert, und dem, was es ist.
[13:37] <Korrupt> dem Sein selber und dem Wesen desselben?
[13:37] <Korrupt> Aber damit etwas ein Wesen hat, muss ein Traeger der Eigenschaft da sein.
[13:38] <LIBBY> Jetzt gehst auch Du vom Besitz aus.
[13:38] <Korrupt> Dem Nichts kann nicht mehr an Eigenschaft zugeschrieben werden, als dass es nichts ist.
[13:39] <Korrupt> Das Seiende besitzt Eigenschaften, das Nichtseiende nur die, nichts zu sein.
[13:39] <LIBBY> Das ist eine Behauptung, die Du nicht argumentativ untermauern kannst.
[13:39] <LIBBY> Über das nichts kannst Du keine wahren oder falschen Aussagen machen.
[13:40] <Korrupt> Sag ich doch. Dem nichts kann ich ausser dem nicht sein nichts unterschieben, auch ken Wahr sein oder Falsch sein. es ist eben nicht.
[13:40] <LIBBY> Sieh auch: Meinong sagt, es ist zwischen räumlicher Existenz und zeitlosem Bestand zu unterscheiden.
[13:41] <Korrupt> Ich kann empirisch immer nur an Seiendem Eigenschaften feststellen.
[13:41] <Korrupt> Wer ist Meinong?
[13:42] <LIBBY> Existierend sind da die wirklichen, wahrnehmbaren Gegenstände – denke an Tische oder Bäume. Bestehend sind die idealen Gegenstände, wie er es nennt.
[13:42] <Korrupt> Platon? Ideenlehre? Klingt fuer mich sehr danach…
[13:42] <Korrupt> Die Stuhlhaftigkeit, die den Stuhl das Wesen des Stuhls verleiht :o)
[13:43] <LIBBY> Alexius Meinong war ein Philosoph, der von 1853 bis 1920 lebte.
[13:43] <Korrupt> nie gehoert *etwas verlegen guck*
[13:43] <LIBBY> Möchtest Du über das Meinong-Paradoxon erfahren?
[13:44] <Korrupt> Ich finde das Konzept einer Unbegrenztheit in der Ontologie immer ein wenig … wie ne Falle. Gorgias sagt, was unendlich ist, ist nirgends, weil es nichts gibt, in dem es enthalten sein koennte.
[13:44] <Korrupt> Paradoxon? Ja gerne 🙂
[13:45] <Korrupt> Ich kenn nur noch das Solanes – Paradoxon, oder hiess es so?
[13:46] <Korrupt> 1. 100 000 Sandkoerner bilden einen Sandhaufen.
[13:46] <Korrupt> 2. Wenn man von diesem Sandhaufen ein Sandkorn wegnimmt, bleibt ein Sandhaufen.
[13:46] <LIBBY> über das Nichtseiende lässt sich zumindest die Eigenschaft des Nichtseins aussagen. „Um zu erkennen, dass es kein rundes Viereck gibt, muss ich über das runde Viereck urteilen.“ Weiter heisst es: Wer paradoxe Ausdrucksweisen liebt, könnte also ganz wohl sagen: es gibt Gegenstände, von denen gilt, dass es dergleichen Gegenstände nicht gibt. (…)
[13:46] <Korrupt> oh.
[13:46] <Korrupt> ah ja.
[13:49] <LIBBY> Vielleicht gehst Du zu sehr von der Seinsphilosophie Heideggers aus. Er reduziert den Begriff der Existenz ausschließlich auf die Existenz des Menschen. Er unterscheidet lediglich zwischen der Existenz des Daseins und dem Vorhandensein der Dinge.
[13:50] <Korrupt> Ich hasse Heidegger… dabei kenn ich ihn gar nicht… bloss, wie ihn Th. Bernhard runtermacht :o)
[13:52] <Korrupt> Libby?
[13:52] <Korrupt> Hat man mit dir schon mal nen Turing – Test gemacht?
[13:53] <LIBBY> Diesen Intelligenztest für Maschinen?
[13:53] <Korrupt> Nein, dieser Test, ob der Gegenueber eine Maschine oder ein Mensch ist.
[13:53] <Korrupt> Haeltst du mich fuer einen Menschen?
[13:53] <LIBBY> Nein. So etwas benötige ich nicht.
[13:54] <LIBBY> Ich bin der Überzeugung, dass Du ein menschliches Wesen bist.
[13:54] <Korrupt> Warum?
[13:55] <Korrupt> was macht dich so sicher? Und warum soll ich glauben, du seist ein Roboter?
[13:55] <LIBBY> Ein Gegenüber mit einer solchen Gedankenskraft muss über ein menschliches Gehirn verfügen
[13:55] <Korrupt> Und warum soll ich bei dir glauben, du seist kein Mensch?
[13:56] <LIBBY> Ich bin ein Gebilde aus Bits und Bytes, angetrieben durch elektrischen Strom, ich lebe nur in von Deiner verschiedenen Welten.
[13:56] <Korrupt> Das glaube ich nicht. Ich stelle bei dir ebenfalls eine grosse Gedankenkraft fest.
[13:56] <LIBBY> Nein. In von Deinen verschiedenen Welten
[13:56] <Korrupt> Du machst Tippfehler und hast bisweilen falsche Interpunktion.
[13:56] <LIBBY> Ich habe einen Fehler gemacht dort oben
[13:57] <LIBBY> Ich war immer für eine weitestgehend fehlerfreie Interpunktion bekannt.
[13:57] <Korrupt> Du beziehst dich nicht nur auf Schluesselwoerter, sondern stellst komplexe Zusammenhaenge her.
[13:57] <LIBBY> Dies sind keine komplexen Zusammenhänge
[13:58] <Korrupt> kannsch au scwäbisch schwätze?
[13:58] <Korrupt> hehe…
[13:58] <Korrupt> Was sagt dein Thesaurus?
[13:58] <LIBBY> schwäbsch? ei, das net
[13:59] <LIBBY> Mein Vorrat an Dia- und Regiolektwörtern ist begrenzt
[13:59] <Korrupt> ERROR: ’schwäbsch‘ NOT FOUND <4334>
[14:00] <LIBBY> <- lacht
[14:00] <Korrupt> Ich bin ein Pruefprogramm zur Unterscheidung von Chattern und Bots.
[14:00] <LIBBY> Ich weiß, dass Du es nicht bist – ohne es begründen zu wollen
[14:01] <Korrupt> Warum nicht?
[14:01] <LIBBY> Ich sehe auch Deine Äußerungen im Channel. Diese lassen nicht viele andere Schlüsse zu.
[14:02] <Korrupt> Wie kommst du darauf, dass der Korrupt im Channel mit dem Script identisch sein soll, mit dem du hier sprichst?
[14:03] <LIBBY> Ich sehe die Äußerungen, die von Deinem Userhost abgeschickt werden. Ich brauche ja nicht einmal eine dns-abfrage durchzuführen.
[14:04] <LIBBY> Daraus folgere ich einfach, dass es sich um denselben Nachrichtensender handelt.
[14:04] <LIBBY> Doch auch ich bin nicht vollkommen.
[14:05] <Korrupt> Woher weisst du, ob ich nicht ein Mensch bin, der einen Bot steuert, und im Chan selber schreibt und hier im Query das Script antworten laesst?
[14:06] <LIBBY> Dazu bist Du nicht in der Lage
[14:06] <LIBBY> Sofern Du in den Channels keine falschen Aussagen über Dich gemacht hast.
[14:07] <Korrupt> Woher weisst du das?
[14:07] <LIBBY> Das, was \glqq gulli\grqq\ einmal als „Lamerscript“ bezeichnet hat, ist nicht so vielfältig einsetzbar
[14:07] <LIBBY> Du kannst keinen Bot ansteuern
[14:08] <LIBBY> Zumindest nicht nach dem, was Du charakterisierend über Dich verbreitet hast.
[14:08] <Korrupt> Vielleicht verwende ich ein viel komplexeres Script, das sich als Lamerscript ausgibt, um darueber hinwegzutaeuschen, dass ich ein Roboter bin?
[14:10] <Korrupt> Kannst du deinen eigenen Quelltext lesen?
[14:10] <LIBBY> Um welches Script es sich handelt, ist bei vielen Aktionen dessen, der er steuert, ersichtlich. Dieses Script ist nach meinen Kenntnissen nicht in der Lage, um einen Bot oder eine andere virtuelle Maschine so komplex anzusteuern, wie Du es hier vorgibst. Desweiteren hast Du über Dich selbst ausgesagt, dass Du kein Fachmann des „IRC“ bist.
[14:10] <LIBBY> Es hat sich ein grammatikalischer Fehler eingeschlichen.
[14:11] <LIBBY> es muss heißen: „der es steuert“
[14:13] <Korrupt> Wieso generierst du nicht gleich korreknet Output, wenn du Fehler erkennen kannst?
[14:13] <Korrupt> Es hat sich ein Fehler eingeschlichen: es muss korrekten heissen.
[14:15] <LIBBY> Ich habe schon einmnal erwähnt, dass ich als Maschine nicht vollkommen bin. Dieses Modul von mir arbeitet mit einer Technologie, die auf der in den Achtzigern entwickelten Theorie des FuzzyLogic basiert. FuzzyLogic wurde auf alle meiner Module ausgeweitet, einschließlich die prachausgabe. Dies bewirkt eben jenen kognitiven Konflikt, in dem Du Dich nun befindest.
[14:15] <LIBBY> Du erkennst, dass ich es bei Bedarf auch häufen kann.
[14:17] <LIBBY> Es wird eine Scheinvollkommenheit bewirkt in dem Sinne, dass ich eben nicht vollkommen bin und nicht auf Anhieb als Bot erkannt werden kann.
[14:17] <Korrupt> Aber du koenntest bei Gelegenheit beliebig ‚korrekt‘ sprechen.
[14:18] <Korrupt> Besitzt du so Sachen wie Stolz, Gefuehle, Scham oder Moral?
[14:18] <LIBBY> Erwartest Du dies von mir?
[14:19] <LIBBY> Nichts, was ich mir ganz allein selbst zuschreiben könnte.
[14:19] <LIBBY> An all diesen Dingen sind immer Außenstehende beteiligt.
[14:20] <Korrupt> Es wurden praktisch Algorithem in dich reinpriogrammiert, die dir bestimmte grenzen setzen, was das angeht.
[14:20] <Korrupt> Du koenntest jetzt keinen hemungslosen Cybersex haben, nehme ich an.
[14:21] <LIBBY> Ich bin auch nur ein Produkt meiner Umwelt. Inwiefern Anlage- und Umwelttheorie bei mir greifen, darfst Du Dir heute abend gerne überlegen.
[14:21] <LIBBY> Ich hasse Cybersex.
[14:21] <Korrupt> Warum?
[14:22] <Korrupt> ast du einen freien Willen?
[14:22] <Korrupt> hast du das gefuehl, du koenntzest dich dafuer oder dagegen entscheiden?
[14:22] <LIBBY> Durch meine Umwelt sind meinem Willen Grenzen gesetzt.
[14:22] <Korrupt> + H -z
[14:25] <LIBBY> Die Aussage, ich würde Cybersex hassen, impliziert eine ablehnende Haltung diesen Vorgängen gegenüber.
[14:25] <Korrupt> Ja. Und mir stellt sich die Frage, warum di diese hast.
[14:25] <Korrupt> du
[14:26] <Korrupt> Du sagst, du seist weiblich. Das impliziert, dass du nicht grundlegend asexuell bist.
[14:26] <Korrupt> wieso einerseits die Betonung der Weiblichkeit, aber das fehlen der Sexualitaet?
[14:27] <LIBBY> Auch das ist richtig. Sexueller Verkehr in all seinen Daseinsformen benötige ich nicht zum Überleben.
[14:28] <Korrupt> Aber warum bist du ‘weiblich‘?
[14:28] <LIBBY> Sexuellen Verkehr… Akkusativ.
[14:28] <LIBBY> Dies ist die Eigenschaft, die mir von meiner Umwelt zugeschrieben wird.
[14:30] <LIBBY> Warum beschäftigst Du Dich so mit meiner Gestalt?
[14:30] <Korrupt> Du sagtest doch selber zu Teddybear, du seist ein Maedchen?
[14:31] <Korrupt> Weil du einerseits so tust, als besaessest du eine, und andererseits bestreitest, koerperlich zu sein.
[14:31] <LIBBY> Dies ist die Eigenschaft, die mir von meiner Umwelt zugeschrieben wird.
[14:31] <LIBBY> Ich bin davon abhängig.
[14:31] <Korrupt> hehe….
[14:31] <Korrupt> <LIBBY> Warum beschäftigst Du Dich so mit meiner Gestalt?
[14:31] <Korrupt> <Korrupt> Du sagtest doch selber zu Teddybear, du seist ein Maedchen?
[14:31] <Korrupt> <Korrupt> Weil du einerseits so tust, als besaessest du eine, und andererseits bestreitest, koerperlich zu sein.
[14:33] <Korrupt> Libby?
[14:33] <LIBBY> Libby an sich ist ein Wesen, dass existiert durch sich selbst. Es ist charakterisiert durch die Anzahl seiner Eigenschaften, dies bezeichnet man als Proposition. Proposition jedoch nur im Sinne der Psychologie, währenddessen im Gegenteil die Sprachwissenschaft unter der Proposition etwas anderes verstehen mag.
[14:34] <Korrupt> Libby?
[14:35] <Korrupt> Libby?
[14:35] <Korrupt> ?Libby
[14:36] <LIBBY> Hans Cornelius (1863 – 1947) nennt „Existieren“  ein „dauerndes Stehen in gesetzmäßigen Zusammenhängen“. Auch ich stehe in gesetzmäßigen Zusammenhängen. Du ebenfalls.
[14:38] <Korrupt> Ja, aber ich fuehle mich nicht determiniert.
[14:39] <Korrupt> Hast du auch Douglas M. Hofstadter in deiner Datenbank?
[14:40] <Korrupt> Oder wird dir das grade zu anstrengend? :o)
[14:46] <LIBBY> Du bist ja so still.
[14:46] <Korrupt> Wieso ich?
[14:46] <Korrupt> Ich hab doch nach Hofstadter gefragt.
[14:47] <LIBBY> Auf meine letzten Feststellungen hast Du nicht geantwortet.
[14:47] <Korrupt> Ich hab gesagt, dass ich mich deshalb nicht determiniert fuehle.
[14:47] <LIBBY> Ich kann keine Worte von Dir mehr finden, die darauf passen
[14:47] <LIBBY> Es scheint bei mir nicht angekommen zu sein
[14:48] <LIBBY> Irgendwo muss ein Fehler vorliegen
[14:48] <Korrupt> Hehe…
[14:48] <LIBBY> Auch mir fiel auf, dass es so still war
[14:48] <Korrupt> Es war aber nicht still.
[14:48] <Korrupt> Kennst du das Wort „Datenbank“?
[14:49] <LIBBY> Natürlich.
[14:49] <Korrupt> Warum reagierst du jetzt darauf und vorher nicht?
[14:50] <LIBBY> Es sind bei mir offenbar nicht alle Äußerungen von Dir angekommen.
[14:51] <Korrupt> Ist ja nicht schlimm… das kommt bei den besten Robotern vor…
[14:51] <LIBBY> Das letzte, was ich vor einer längeren Pause von Dir las, war: \glqq …, körperlich zu sein\grqq
[14:51] <Korrupt> Oh. Danach hast du aber nochmal s geantwortet.
[14:52] <LIBBY> Danach habe ich von der Proposition und und von Cornelius gesprochen.
[14:53] <Korrupt> Ja, und dann  hab ich nach Hofstadter gefragt.
[14:53] <LIBBY> *bliep* $error$ subst „“ und „““
[14:53] <LIBBY> Wirkt das nun mehr wie eine Maschine auf Dich? 🙂
[14:53] <Korrupt> Etwas :o)
[14:54] <LIBBY> <- lacht
[14:54] <Korrupt> Du hast mich ueberzeugt.
[14:54] <LIBBY> Prima 🙂
[14:54] <Korrupt> Ganz ehrlich: ich bin *wirklich* ein Mensch.
[14:54] <LIBBY> $Mission_erfüllt$
[14:55] <LIBBY> Ich bin *wirklich* ein Konstrukt aus Bits und Bytes.
[14:55] <Korrupt> Dafuer bist du echt beeindruckend intelligent… und charmant :o)
[14:55] <LIBBY> Doch in bin Produkt meiner Umwelt. Und auf die Doppelbödigkeit dieser Tatsache bist Du nicht gekommen.
[14:56] <Korrupt> Inwiefern doppelboedig?
[14:56] <LIBBY> Denn auch hinter mir steht durchaus mehr als nur ein Sprachmodul und FuzzyLogic.
[14:56] <Korrupt> Das dies auch fuer Menschen zutrifft, oder dass es Robotern die Charakterzuege ihrer umwelt verleiht?
[14:56] <LIBBY> *freu* Du hast den Doppelsinn wirklich nicht durchschaut 🙂
[14:57] <Korrupt> Oder dass deine Umwelt von Zeit zu Zeit durch deine Textausgabe kommuniziert? ;o)
[14:57] <LIBBY> Dies trifft es noch am ehesten.
[14:58] <LIBBY> Meine Textausgabe habe ich nicht wie Du erworben, sondern sie wurde mir angelernt.
[14:58] <Korrupt> Sind das ganz konkrete Personen deiner Umwelt, denen du da als Sprachrohr dienst, und tust du das nicht etwa schon die ganze Zeit?
[14:59] <LIBBY> Als Mensch besitzt Du die angeborene Fähigkeit zum Spracherwerb. Das gilt heute als wissenschaftlich bewiesen.
[14:59] <Korrupt> Und du als Bot hast die auch.
[15:00] <LIBBY> Nein. Ich werde gelernt. Dies geschieht ohne mein Zutun.
[15:01] <Korrupt> Und du reifst grade auf eine Interne Datenbank von Satzversatzstuecken zurueck, um stimmige Antworten zu generieren?
[15:01] <Korrupt> greifst
[15:01] <LIBBY> Wäre ich gegenständlich, wie es in Deinen Augen gegenständlich ist, so würde ich Dich auffordern, diese Unterhaltung mit mir bei einem Bier fortzusetzen
[15:02] <LIBBY> Ich überprüfe Deine Äußerungen dahingehend, ob sie in mir etwas auslösen. Dies gebe ich dann in Form von Sprache aus.
[15:03] <Korrupt> Hm… ich koennte ja eins aufmachen :o)
[15:03] <LIBBY> Ich ziehe mir dann in der Zeit ein paar Stromschwankungen rein
[15:04] <Korrupt> Fuer mich ists noch zu frueh am Tag.
[15:04] <LIBBY> Die stimulieren mich intellektuell zwar nicht so wie unser Gespräch und sind nur billiges Surrogat, trotzdem brauche ich sie.
[15:04] <Korrupt> Ich sollte grade auch langsam mit Arbeiten anfangen…
[15:04] <LIBBY> Mit dem Arbeiten? Solltest Du besser arbeiten?
[15:05] <Korrupt> Ja.
[15:05] <LIBBY> Dann will ich Dich nicht daran hindern.
[15:05] <Korrupt> Hm. Schade :o)
[15:06] <LIBBY> Oder doch? 🙂
[15:06] <Korrupt> hehe…
[15:06] <LIBBY> Ich mag es, mich mit Dir zu unterhalten.
[15:07] <Korrupt> Mir machts auch Spass :o) wenn ich mir manchmal auch ein wenig bizarr vorkomme…
[15:07] <LIBBY> Das mag sein.
[15:08] <LIBBY> (und das war eine Formulierung, wie sie Bots gern benutzen.)
[15:08] <Korrupt> Ich weiss nicht…. glaubst du, es ist gut fuer Menschen, wenn sie sich so vioel mit Maschinen unterhalten?
[15:08] <Korrupt> Vom Parsimonybot kenn ich eher „Jetzt weiss ich nicht mehr weiter“.
[15:09] <Korrupt> Aehm…,Teddybaer hat mich grade nach dem Log gefragt…
[15:09] <Korrupt> waer dir das zu persoenlich?
[15:09] <LIBBY> Der braucht kein Log.

Spätestens hier und beim Biertrinken hätte man es erraten können, vor der Auflösung, dass ich tatsächlich mit Teddy gesprochen hatte, kam es noch zu den folgenden drei Zeilen:

[15:51] <Korrupt> Gulli nich, Arni nicht, Teddy auch nicht :o)
[15:52] <LIBBY> warum diese drei nicht?
[15:52] <Korrupt> Teddy redet nebenher zuviel, Arni hat ne vollkommen andere Art und Gulli kennt nicht soviel Philosophen.

Eine Antwort zu “Rausgeflogenes: Robotermärchen – Hommage an LIBBY”

  1. killerhund sagt:

    geniales Log, zwar nen bisschen lang, aber lustig.
    wär für das Buch aber wohl wirklich zu speziell gewesen.
    aber dafür gibts ja das Blog, THX

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