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gulli-Geburtstag und Geburtstage im gulli

Donnerstag, 06. November 2008

Zehn Jahre ist gulli.com nun alt, und neben den Gratulationen überlegten wir, was es zu diesem freudigen Ereignis und ähnlichen freudigen Ereignissen zu sagen gibt, was wir noch nicht im Buch erzählten. Dabei fiel uns unsere generell leicht ambivalente Haltung zu Geburtstagen im gulli-Kontext auf.

Denn das Verhältnis Lob und Kritik war seit Jahr und Tag nicht unbedingt ausgewogen. Geburtstagsthreads waren damit immer Vertreter einer sehr seltsamen Gattung: Lobthreads. Mit denen kamen wir nur bedingt zurecht. Einerseits freut man sich, andererseits war man es einfach nicht gewohnt. Und da sie regelmäßig ja nicht nur das Leitungsteam als Adressaten hatten, sondern explizit auch alle/viele/hilfsbereite User, war ein solcher Thread auch irgendwie schwieriger zu schließen, wenn es denn notwendig werden sollte. Geburtstagsthreads hatten zu guter Letzt die Eigenschaft, meist in Phasen des Streits angespannter Diskussion fällig zu werden. So kam es dazu, dass sich die gleichen üblichen Verdächtigen in einem Gratulationsthread auf die Schultern klopften, während in einer Handvoll Threads nebenan die Fetzen flogen. Verschiedenheiten aushalten – zu manchen Jahrestagen konnte das hervorragend geübt werden. Für die kurze Zeit, bis die Sache wieder in der Versenkung verschwand und nur selten schon vor Jahresfrist wieder hochgeholt wurde.

Feiern wollten wir das auch gelegentlich. Über das Virtuelle kamen wir aber selten hinaus. LexaT erinnert sich an ein virtuelles Glas Sekt im #gulli anlässlich des 1000. registrierten Gulli-Nutzers. Das war zu einer Zeit, in der die Dinge noch übersichtlich waren und genug Zeit für Zwischenmenschliches war. Im Laufe der Jahre haben wir das spontane Feiern leider weitestgehend verlernt. Uns war immer, als würde Großes von uns erwartet. Voller Tatendrang schöpften wir dann in unserem tiefen Ideenfundus, um schlussendlich die Umsetzung zu vergeigen.

Oder mit selbiger gar nicht erst aus den Pötten zu kommen. Beichte am Rande: Gelegentlich wurden von Usern Usertreffen angeschoben, ein Unterfangen, das regelmäßig nach einigen Posts in ein “Können wir das in $meine_heimatstadt machen?”-Sammeln umschlug und anschließend versandete. Wir hätten das natürlich hinbekommen. Neben einigen Modpartys war eine Userparty seit 2006 immer wieder im internen Gespräch, eine Umsetzung wurde nie angegangen. Immer gab es “im Augenblick” wichtigeres zu tun, wurden Termine ins Auge gefasst und ob der ausreichenden Vorbereitungszeit erstmal ans hintere Ende der Prioritätenliste geschoben. Und plötzlich waren sie da, verstrichen, und nichts war passiert.

Schade, dass wir keine Gelegenheit mehr hatten, ins Buch der Rekorde zu kommen. Denn diesmal hätten wir es bestimmt geschafft. Ehrlich.

gulli:board-Spenden: Das Geld ist nicht weg, es ist woanders

Mittwoch, 13. August 2008

Folgendes gehört nicht unbedingt zum Buch, aber zu einer der Geschichten, die wir im Buch erzählen. Diese spezielle Geschichte wollen wir hier zu einem Abschluss bringen, mit dem hoffentlich alle Beteiligten von damals zufrieden sein können und der einigen Leuten ganz konkret hilft. An sich redet man über solche Aktionen wenig bis nicht, aber es gab zum einen früher schon Vorwürfe und aktuell ebenso wieder, weshalb wir unseren konkreten Schlussstrich unter das Projekt gulli:board hier veröffentlichen.

Als 2006 das gulli:board servertechnisch an seine Lastgrenzen stieß, fehlte es zum einen an Geld und zum anderen an Einkünften – nach Jahren der Quersubventionierung war das g:b zwar in den schwarzen Zahlen angekommen, um geschätzte 14.000 Euro für notwendige Servererweiterungen zusammenzubekommen, hätte das dünne Plus aber lange tröpfeln müssen. An einen Verkauf des Projekts dachte damals noch niemand – die damals insgesamt 16.478 gespendeten Euro sind jedoch schon seit einiger Zeit anderen Verwendungszwecken zugeführt worden.

Boardserver und weitere Hardware aus der Spendenaktion des gulli:board 20062008 wechselte gulli.com den Besitzer – und damit auch das Board und die komplette damals verwendete Hardware. Was bedeutet, dass die aus den Spendengeldern angeschafften Server fürs Board nach wie vor ihren Dienst fürs Board verrichten. Insofern hätten sich die ehemaligen Eigner bei der Fliks GmbH auch entspannt zurücklehnen können – schließlich war das gespendete Geld nach wie vor für den geplanten Einsatz in Verwendung. Dennoch war die Situation etwas unbefriedigend und der Plan schnell gefasst, die Spendensumme plus einen Betrag X Zwecken zuzuführen, mit denen sowohl die Spender wie auch fliks einverstanden sein konnten.

Vorweg: insgesamt 10 Einzelspenden in jeweils vierstelliger Höhe gingen an 10 Einzelorganisationen, die aus unterschiedlichen Motiven ausgewählt wurden. Nicht nur, aber auch netzbezogene Organisationen sollten unterstützt werden, nicht nur, aber auch Gruppen, die sich für Ziele einsetzen, die auch gulli.com unterstützt, nicht nur, aber auch Gruppen, zu denen zu guter Letzt die fliks konkreten Bezug hatte.

Die heftigsten Debatten entspannen sich jedoch um die konkret symbolträchtigen Beträge. Hier konnte sich gulli mit seiner Vorliebe für Schnapszahlen durchsetzen und einen Gesamtbetrag von 23.333,33 Euro festlegen. Weitere 23- und 42-Bezüge fielen leider weitgehend unter den Tisch, bzw. wurden bei den Cent-Stellen der Spenden an entsprechend nerdaffine Empfänger gewürdigt.

Baphumelele liegt in der Khayelitsha Township bei Kapstadt in Südafrika und damit in dem Land in dem wir mit unserem weather.co.za noch große Pläne haben. Eine Spende ging an ein ganz konkretes Entwicklungsprojekt für Kinder und Jugendliche in einer von HIV, Armut und Kriminalität geprägten Umwelt. Um die 400 Kinder, Aidswaisen und Jugendliche finden in Baphumelele nicht nur Unterkunft und Nahrung, sondern auch Ausbildung und Arbeit – Zukunft, in einem Wort.

Bochum war und ist die Heimat von Fliks. Vom CCC haben wir gelernt, dass man mit einem Computer Kunst und Schönheit schaffen kann, ohne Rechner geht es aber auch. Kunst und Schönheit gibt es – entgegen anders lautender Gerüchte – auch in Bochum. Mit der Einschränkung, dass die Bochumer Symphoniker kein Konzerthaus haben, nun aber – in einer bemerkenswerten gemeinsamen Leistung vieler Freunde und Förderer – eines bekommen. Unter den Freunden und Förderer sind auch wir.

Eng verbunden mit dem Chaos Computer Club ist die Wau Holland Stiftung. Wau selber verdankt die Hackerbewegung in Deutschland einen kaum zu überschätzenden Teil ihres Erfolges. Dass Hacker heute in Deutschland in Expertengremien sitzen, Öffentlichkeit und eine Stimme haben, verdanken wir unter anderem dem 2001 verstorbenen Wau Holland, dessen Werk die nach ihm benannte Stiftung archiviert, erschließt und fortführt. Unter anderem arbeitet die Wau Holland Stiftung an einem Archiv für Neue Technikgeschichte, dem “Hackerarchiv”. Wir hoffen, einen Beitrag dazu zu leisten.

Die Freiheit der Rede, der Meinungsäußerung und der Berichterstattung liegen uns am Herzen, und auf gulli.com haben wir versucht, diese Werte auch in der Tat umzusetzen oder ihre Umsetzung zu ermöglichen. Gelegentlich war das risikoreich, unter weitaus größeren Gefahren setzen sich anderswo jedoch Menschen für diese Rechte ein. Reporter ohne Grenzen erhielten daher eine Spende, ebenso amnesty international.

Für Grund- und Bürgerrechte setzen sich auch andere Berufsgruppen ein – ebenfalls teilweise unter Bedingungen, von denen wir in Deutschland, Österreich oder der Schweiz (noch) weit entfernt sind. Ärzte ohne Grenzen ist daher von uns unterstützt worden, ebenso das Forum Informatikerinnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. Und weil auch in Deutschland der Grundrechteabbau massiv voranschreitet, wurde mit dem FoeBuD auch eine Institution unterstützt, der nicht nur die Big Brother Awards in Deutschland ausrichtet, sondern auch in allen anderen Bereichen, in denen Grund- und Bürgerrechte mittels Technik, Recht und neuen Medien abgebaut und ausgehöhlt werden, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit leistet und Handwerkszeug für den ganz privaten Widerstand gegen Stasi 2.0 bietet.

Zu guter Letzt glauben wir an freies Wissen und freie Software. Und an groben Konsens und funktionierenden Code, aber an die beiden letzteren kann man schlecht spenden, weswegen die letzten beiden Geldspenden an die Wikimedia e.V. Deutschland gingen sowie an die Free Software Foundation Europe.

Um für Transparenz zu sorgen: noch nicht alle Spendenbescheinigungen sind bei uns eingegangen, je nach Organisation werden diese zeitnah oder nur zu bestimmten Zeitpunkten im Jahr verschickt. Die vorhandenen Bescheinigungen bzw. Dankesschreiben dokumentieren wir an dieser Stelle. Bislang eingegangen sind:

Ärzte ohne Grenzen – Spendenbescheinigung (1.111,11 €)
amnesty international – Spendenbescheinigung (1.111,11 €)
Baphumelele – Sonnenkinder e.V. (5.555,55 €)
Bochumer Symphoniker – Spendenbescheinigung (4.444,44 €)
Forum Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung – Spendenbescheinigung (1.111,11 €)
FoeBuD – Dankesschreiben (2.222,23 €)
Reporter ohne Grenzen – Spendenbescheinigung (2.222,22 €)

Es folgen noch die Bestätigungen der Free Software Foundation Europe über 2.222,22 €, der Wau Holland Stiftung über 2.222,23 € und der Wikimedia Foundation über 1.111,11 Euro.

Klar war und ist, dass wohl jeder die Gelder anders und mit Sicherheit dem eigenen Empfinden nach besser verteilt hätte. Da aber die von den Spenden angeschafften Server nach wie vor im Einsatz sind und sich weiter jeder Spender die Lieblingsorganisation unter den bedachten Empfängern aussuchen kann, die seinen ganz spezifischen Beitrag bekommen hat, sollte die allgemeine Zufriedenheit gesichert sein.

An dieser Stelle zu guter Letzt nochmals ein herzliches Dankeschön an die Spender, die diese Unterstützungen mit ermöglicht haben. Und ein ebenso herzlicher Dank an die bedachten Organisationen: jede einzelne von ihnen trägt dazu bei, dass die Welt zu einem etwas besseren Ort wird.

Endkorrektur ist durch…

Freitag, 08. August 2008

…bei der haben wir uns ein wenig erschrocken. Klar, die “Partyfassung” war unter extremem Zeitdruck entstanden, und dass da einfach ein paar Sachen durchrutschen, war klar. aber dass man doch auf fast jeder Seite dann doch noch zumindest ein, zwei Hochkommas oder Gedankenstriche anders formatieren musste und doch noch das eine oder andere verbessern, war dann doch ein wenig viel des Guten.

Impression aus dem Korrekturexemplar:

gulli wars(tm) - Korrekturen in der Party-Preview-Fassung

Bei BoD sind wir nun soweit. Es sollte sich nur noch um Wochen handeln – wie schnell da letztendlich der Druck losgeht, haben wir auch noch nie ausprobiert. ISBN, Barcode und der ganze Kram ist jedenfalls da.

Wer sich über das “Noch eine Hausdurchsuchung” wundert: ja, das war die zweite. Die erste klingt schon auf dem Klappentext an, den hatte gulli letztens gebloggt. Wer gucken will: Gulli wars, das Buchcover (noch ohne ISBN damals).

fliks unreal…

Montag, 28. Juli 2008

…gibts nur am Rande im gulli:buch, hatte ja auch mit gulli selber nicht viel zu tun. Erwähnt wird allenfalls, dass zeitweise UT-Bots nach gulli benannt und gnadenlos geschlachtet wurden. Das tragische: es gibt keine Screenshots davon, und was unauthentisches in ein Buch zu drucken, ist ja wenig spannend.

Unreal Tournament bei fliks

Was es immerhin gibt, ist ein authentisches Foto einer, nun, typischen Situation. In der kommt gulli nun aber gar nicht mehr vor, und daher gibts die nur hier.

(Quelle: Unreal Tournament, Version von 1999. Spieler: zwei nicht näher genannte gulli-Admins. Level: Turbine. Grund für die Blogveröffentlichung: zu speziell fürs Buch. Anmerkungen: Das Bildmaterial entstand nach Feierabend.)